Wer wir sind...


Vorstellung der BI Verkehrswende Marburg im Marburger Express

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Bericht im Marburger Express über BI Verkehrswende 07/2018
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Gründungserklärung

Wer wir sind

Am 09.02.2017 kam ein gutes Dutzend MarburgerInnen zusammen, um die Bürgerinitiative Verkehrswende ins Leben zu rufen. Wir sind eine Gruppe von älteren und jüngeren Menschen, und uns eint der Wunsch, Einfluss auf die Debatte um den Marburger Verkehr zu nehmen und aktiv für eine Verkehrswende in Marburg einzutreten.

Verkehr in Marburg

Durch die teilweise engen Straßen von Marburg wälzen sich täglich Tausende von Kraftfahrzeugen. Nach dem Gesetz „der Stärkere setzt sich durch“ drängen sie die FußgängerInnen und RadfahrerInnen an den Rand, gefährden sie gar an Leib und Leben. Ältere und behinderte Menschen haben besonders darunter zu leiden.

 


Folgen des Verkehrs

Was sind die Folgen? Die Luft der Stadt, unseres Lebensraumes, wird durch Abgase verpestet wie in einer Großstadt. In Marburg wird genauso viel Feinstaub gemessen wie etwa in Osnabrück. Ein hoher Lärmpegel liegt über dem gesamten Stadtgebiet. Die Stadt ist geprägt von Staus, es mangelt an sicheren Überquerungsmöglichkeiten, wild parkende Autos verengen den Straßenraum noch zusätzlich. Zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren wird dadurch unangenehm und sogar gefährlich. Viele Menschen scheuen nicht zuletzt deshalb diese Fortbewegungsform und retten sich ins Auto. Der Gewöhnungseffekt dabei ist enorm: einTeufelskreis, durch den der Autoverkehr weiterhin steigt. Das betrifft auch unsere Kinder, die wir vielerorts nicht ohne Angst auf die Straßen lassen können.  Sie lernen von früh an, das Auto als erstes Mittel der Beförderung zu akzeptieren.  Doch allein schon, um gesund zu bleiben, braucht der Mensch Bewegung. Sieben Kilometer Gehen täglich wird etwa empfohlen, um dem gesundheitsschädlichen Bewegungsmangel entgegenzuwirken. So gefährdet Autofahren nicht nur die Gesundheit der anderen, sondern auch die eigene. Lärm, Abgase, die fortschreitende Zubetonierung unserer Stadt, die damit einhergehenden gravierenden Einbußen für Sicherheit und Lebensqualität gerade für die Schwächeren und all diejenigen, die sich ohne Lärm- und Schadstoffemissionen fortbewegen, wie etwa FußgängerInnen und RadfahrerInnen, all dies macht die Notwendigkeit einer Verkehrswende für Marburg überdeutlich.

Wir sind unzufrieden

Ein halbherziger Versuch zur Reduzierung des Verkehrs in der Nordstadt reicht da nicht aus. Wir lehnen die derzeitige Verkehrspolitik in Marburg, bei der trotz besserer Beispiele aus anderen Städten weiterhin vor allem Optimierung der Bedingungen für den motorisierten Verkehr im Zentrum steht, als völlig unzureichend ab. Sie ist nicht im Sinne der Mehrheit der MarburgerInnen.

Was wollen wir?

Die BI Verkehrswende wird sich öffentlichkeitswirksam für ein schadstoffarmes und lebenswertes Marburg einsetzen, das der Gesundheit der MarburgerInnen förderlich ist. Wir hoffen, dass unser Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister und Arzt in einer Person, auch in der Verkehrspolitik seinen Worten entsprechende Taten folgen lässt.

Wohin die Wende

Wir streben ein grundsätzlich anderes Verkehrskonzept an. FußgängerInnen, RadfahrerInnen und der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) müssen in der relativ überschaubaren Marburger Innenstadt eindeutigen Vorrang zu bekommen. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) muss reduziert werden. Die Straßen müssen zum Zufußgehen und Radfahren einladen. Wir halten daher folgende Maßnahmen für erforderlich:


  • Tempo 30 in der ganzen Stadt
  • Umwidmung der Elisabethstraße in eine verkehrsberuhigte Zone
  • eine deutliche Ausweitung von Fahrradstreifen
  • „Grüne Welle“ für FußgängerInnen an den Ampeln
  • deutlich mehr Variotafeln (Geschwindigkeitsanzeiger)
  • Geschwindigkeitskontrollen
  • bremsende Umbauten im Straßenraum
  • eine weitere Begrünung der Stadt
  • ein entschiedener quantitativer und qualitativer Ausbau des ÖPNV

Mit einem Verkehrskonzept weg vom MIV und den von ihm verursachten Staus wird schließlich auch ein notwendiger Autotransport, etwa bei körperlicher Beeinträchtigung oder in Notfällen, erleichtert.