Bürgerinitiative Verkehrswende in Marburg


Gründung am 09.02.2017

Verkehr in Marburg

Folgen des Verkehrs

Wohin die Wende


Die BI Verkehrswende trifft sich am 07.10.20 um 20 Uhr im Kerner neben der Lutherischen Pfarrkirche mit Sicherheitsabstand und Mundschutz.

Fahrrad-Demo am 29.08.2020


Stadtradeln

Das Stadtradeln ist für den Landkreis Marburg-Biedenkopf beendet. Die meisten Kilometer hat das Klimabündnis erradelt, mit im Team dabei die BI Verkehrswende Marburg. In 21 Tagen hat das Team 18.224 km zusammengebracht und ist somit verdienter Sieger des Landkreises geworden.

https://www.stadtradeln.de

Hintergrund vom STADTRADELN:

STADTRADELN ist eine nach Nürnberger Vorbild weiterentwickelte Kampagne des Klima-Bündnis, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas, dem rund 1.700 Mitglieder in 26 Ländern Europas angehören. Mit der Kampagne steht Kommunen eine bewährte, leicht umzusetzende Maßnahme zur Verfügung, um in der Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit für nachhaltige Mobilität aktiv(er) zu werden. Im Rahmen des Wettbewerbs treten Teams aus Kommunalpolitiker*innen, Schulklassen, Vereinen, Unternehmen und Bürger*innen für Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität in die Pedale. Im Zeitraum 1. Mai bis 30. September sollen an 21 aufeinanderfolgenden Tagen möglichst viele Kilometer beruflich und privat CO2-frei mit dem Rad zurückgelegt werden. Wann die drei STADTRADELN-Wochen stattfinden, ist jeder Kommune frei überlassen.

Hier noch einmal alle Infos dazu:

https://www.stadtradeln.de/home


Die aktuelle Krise und die notwendige Verkehrswende

(Von Johannes M. Becker, Konfliktforscher, Pressesprecher der BI Verkehrswende Marburg)

 

Um gleich mit der schlechtesten Entwicklung zu beginnen: Die großen Autokonzerne verlangen derzeit (18.4.2020) von den politischen Gremien eine rasche Wiederaufnahme ihrer Volllast-Produktion, verlangen gar vom Staat die berüchtigte „Abwrackprämie“ – das alles natürlich ökologisch verbrämt. Das Ziel: Die Krise zum Umsteuern nutzen in Richtung Elektro(Auto)mobilität.

Wer gedacht hatte, das Gesundheitsdesaster und in seiner Folge bemerkenswerte Entwicklungen im Verkehrsverhalten (spürbarer Rückgang des Automobilverkehrs, Zunahme der Nutzung des Fahrrades) würden die „große Politik“ zum Nachdenken und Umsteuern bringen, sieht sich gerade böse enttäuscht. Werfen wir einen Blick auf das Gutachten der berüchtigten Leopoldina-Gruppe, in dem es am Ende heißt: "An einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung festhalten. Die in der Krise getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen müssen sobald wie möglich zugunsten eines nachhaltigen Wirtschaftens im Rahmen einer freiheitlichen Marktordnung rückgeführt oder angepasst werden. Dazu gehören der Rückzug des Staates aus Unternehmen, sofern krisenbedingt Beteiligungen stattfanden, und der Abbau der Staatsverschuldung. An der Schuldenbremse ist im Rahmen ihres derzeit geltenden Regelwerkes festzuhalten. Dies erlaubt, gerade in so besonderen Zeiten wie diesen, eine deutlich höhere Verschuldung, verlangt aber bei Rückkehr zur Normalität wieder deren Rückführung."
Das heißt im Klartext: Die Nationale Akademie der Wissenschaften empfiehlt den Herrschenden, so weiterzumachen wie bisher. Umsteuern durch zukunftsweisende Infrastruktur-Investitionen ist nicht einmal im Gesundheitswesen angedacht. Von der Verkehrspolitik ganz zu schweigen!

Dabei liegen hier die Probleme wie aber auch die Chancen buchstäblich auf der Straße!

• Viele Menschen steigen derzeit auf das Fahrrad um, und zwar nicht nur zu Freizeitzwecken.
• Dieser Trend wird sich fortsetzen und verstärken bei Semesterbeginn und mit dem Wiederanlaufen der Lehrtätigkeit an Schulen.
• Viele Menschen jeglichen Alters bemerken die Verminderung des Lärms und der Abgasemissionen sehr positiv.
• Plötzlich kann Deutschland gar auf das Erreichen der Klimaziele im Jahr 2020 hoffen…
• …
Was jetzt dringend angegangen werden muss:

1. Auf nationaler Ebene:
a) Das Verbot von Inlandsflügen.
b) Der strukturierte Ausbau des ÖPNV und des nationalen (wie grenzüberschreitenden) Bahnverkehrs.
c) Hier müssen insbesondere Konzepte der Kundenbindung erarbeitet werden, damit nicht Massen von Menschen aus Angst vor Ansteckung mit Viren von ÖPNV und Bahn auf den MIV umsteigen. Hier müssen Ausgrenzungen dringend vermieden werden. Der ÖPNV muss quantitativ und Qualitativ ausgebaut werden.
d) Vor der Krise für „unmöglich“ erklärte mobilitätsvermeidende Telefonkonferenzen, SKYPE-Treffen oder vieles mehr ist ebenso auf seine langfristige Tauglichkeit zu überprüfen wie (vernunftgesteuertes) Homeoffice: Hier kann ungemein viel Verkehr eingespart werden! Generell sollte die Krise auch dringend genutzt werden, über den in den vergangenen Jahrzehnten gewachsenen Arbeitsstress (wie auch bestimmte Formen des Konsumwahns) zu reflektieren.
e) Insgesamt müssen Produktion, Zirkulation und Reproduktion unserer Gesellschaften neu geregelt werden. Die rücksichtslose Gewinnerzielung darf nicht weiter das leitende Moment dieser drei Faktoren sein.
f) …


2. Auf regionaler und lokaler Ebene:
a) Sperrung von Straßen für den MIV und Umwidmung in Fahrradstraßen oder, besser noch, verkehrsberuhigte Shared-Space-Bereiche. In Marburg muss – nur ein Beispiel - der Pilgrimstein bis zum Parkhaus für Autos gesperrt werden! Und nicht für Radler*innen!
b) Städte wie Marburg müssen den anstehenden Schulbeginn und damit die enorm steigenden Nutzungsmöglichkeiten (viele Schüler*innen werden den ÖPNV zunächst meiden) für das Fahrrad nutzen, um jetzt Straßen und Fahrspuren umzuwidmen!
c) Die Umstrukturierung der Verkehrssituation in Schulzentren, bspw. in der Leopold- Lukas-Straße, muss JETZT angegangen werden!
d) Die neuen Verkehrsregeln betreffend den Fahrradverkehr, vor allem betreffend den Abstand, können und müssen jetzt kommuniziert und eingeübt werden.
e) Das Konsum- und Versorgungsverhalten kann und muss in der aktuellen Lage überdacht und transformiert, gar revolutioniert werden: Der Irrsinn der Lebensmittelverschickung zum Zwecke der Steuerersparnis muss verboten werden. Regionale und ökologische Versorger*innen und ihre Lieferketten sind zu stärken.
f) …
Wir können die akute Krise für ein langfristiges Umdenken und Umsteuern nutzen – auch in der Verkehrspolitik! Dabei scheint es außer Zweifel, dass auch die Grundfesten des politischen und wirtschaftlichen Denkens und Handelns unserer Gesellschaft zur Disposition stehen. Die „marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung“ muss abgelöst werden von zutiefst demokratischen Formen der Politik und des Wirtschaftens. Lasst uns damit in Marburg beginnen!


Der Verkehr in Zeiten der Corona-Krise (Pandemie durch SARS-CoV-2)

Es ist angenehm ruhig in Marburg geworden. Viele Fahrräder und wenig Autos werden gefahren. Die Luft ist deutlich besser und es herrscht weniger Lärm. Was fehlt ist das mehr an Platz für die Radfahrer, denn auch die müssen jetzt mehr Sicherheitsabstand wahren. Völlig unverständlich ist daher die Entscheidung der Stadt, den Pilgrimstein jetzt für Radfahrer zu sperren. In Berlin wurden in 48 Stunden Autofahr-Spuren in Fahrradstraßen umgewandelt. Die deutsche Umwelthilfe ruft dazu auf, dass während der Corona-Krise mehr sichere Fahrradstraßen geschaffen werden. Was ist los in Marburg, dass man die Zeichen der Zeit nicht erkennt? Auch in Zukunft wird es wichtiger denn je sein, dass wir saubere Luft in unseren Städten haben. Die Luftverschmutzung trägt zu Lungen- und Herzerkrankungen bei und das verschlechtert auch die Abwehr gegen SARS-CoV-2. Die BI fordert jetzt die Umwandlung des Pilgrimstein in eine sichere Fahrradstraße. Die Anfahrt zum Parkhaus ist zu vernachlässigen, denn es gibt jetzt kein Parkplatzproblem mehr in Marburg.

Wer die Umwandlung in Fahrradstraßen in Marburg möchte, kann sich auf der Webseite der DUH dafür einsetzen:

https://www.duh.de/fahrradstrassen-jetzt/#c76666


Critical Mass

Critical Mass finden statt ab Firmaneiplatz:

jeden 3. Donnerstag ab 17 Uhr



Green City


Fair im Verkehr in Marburg



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