Bürgerinitiative Verkehrswende in Marburg


Gründung am 09.02.2017

Verkehr in Marburg

Folgen des Verkehrs

Wohin die Wende


Die BI Verkehrswende trifft sich am Mittwoch,  den 04.03.20 um 19.45 Uhr in in der Ketzerbach 11, Eingang  Erdgeschoß links.

Interessierte sind herzlich willkommen.


Wirklich Impulse?

Die Stadt Marburg hatte groß eingeladen zu der Veranstaltung "Impulse für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten". Sogar der HR-Moderator Thomas Ranft (alle Wetter) wurde dafür als Moderator bemüht. Aber wie ist nun die Veranstaltungsreihe Marburger Dialog zur Verkehrsentwicklung für die Umsetzung einer Verkehrswende zu bewerten?

Zunächst wird sie sich das ganze Jahr hinziehen und wird etliche Energie binden. Unweigerlich fühlt man sich daran erinnert, wie der Radverkehrsplan über viele, viele Jahre diskutiert, beraten und mit Beteiligung einer Firma erstellt wurde. Der Radverkehrsplan mit sehr konkreten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs existiert nun, aber es gibt keinen konkreten Plan, wann welche Maßnahme umgesetzt wird. So hat leider auch die Schaffung von Radwegen in der Elisabethstraße und in der


Bahnhofstraße Jahre gedauert. Warum setzt man nicht die Maßnahmen nach einem transparenten Zeitplan um? Und diesen Eindruck der Verschleppung über Jahre bzw. der Aussetzung gewinnt man nun auch bei dieser Veranstaltungsserie. Bei dem ersten Dialog zur Verkehrsentwicklung kamen jedenfalls nur wenige aus dem Publikum zu Wort. Man will erst mal die Stimmung erfassen. Sind denn die Marburger und die Menschen aus der Umgebung dafür, ihr Auto stehen zu lassen? Dazu stand der Vortrag des Psychologen Bamberg in einem gewissen Kontrast. Denn demnach wurde verdeutlicht, wie sehr sich das Verhalten beeinflussen lässt und somit auch das Mobilitätsverhalten. Auch wurde die Aussage getroffen, dass man sich schon für die Bevorzugung des Radverkehrs entscheiden muss, denn beides, der auto- und der fahrradgerechte Ausbau ist nicht zu haben. Das widerspricht sich nämlich. Warum wird dann nicht Schritt für Schritt der schon längst bestehende Radverkehrsplan umgesetzt und der öffentliche Verkehr weiter ausgebaut, bzw. auf innovative schnell umsetzbare Verkehrstechnik wie Seilbahn gesetzt? Es ist doch längst in der Verkehrsplanung bekannt, dass die Menschen zu einem anderen Verkehrsverhalten eingeladen werden müssen. Sonst wird man den Teufelskreis nicht unterbrechen, der da lautet: es ist zu gefährlich und angesichts des Lärms und der Abgase zu unangenehm zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein und zu umständlich und zeitraubend mit dem öffentlichen Verkehr zu fahren, dann fahre ich doch lieber Auto und wundere mich, dass ich im Stau stehe. Es scheint, dass die Stadt Marburg mit diesem Dialog zur Verkehrsentwicklung in Sachen Verkehrswende in erster Linie Zeit gewinnen will. Angesichts des Klimawandels und des von der Stadt beschlossenen Klimanotstandes mutet das sehr seltsam an. Hat der Oberbürgermeister und Arzt in einer Person vergessen, das Notstand auch zügiges Handeln erfordert?


Bahnhofstraße: Radfahrer müssen schieben

In Marburg wurde der Klimanotstand ausgerufen und was passiert in der Verkehrspolitik? Nach wie vor bekommen Autos den Vorrang in der Stadt. Nur ein Beispiel ist die Verkehrsregelung Bahnhofstraße /Ecke Robert-Koch-Straße. Der relativ neue Fahrradweg endet abrupt an der Kreuzung mit einer Bordsteinkante. Hier sollen die Radfahrer absteigen und schieben, um nicht in Konflikt mit den Fußgängern zu geraten. Die Durchfahrtzeit für Autos an der Ampel darf nämlich nicht verringert werden, sonst würde das nach Ansicht der Stadt die Kreuzung sprengen. Wieder einmal ist hier eine Entscheidung zu Gunsten des Autoverkehrs getroffen worden. Der umweltfreundliche Radverkehr hat also zurückzustehen. Bei Gleichberechtigung müsste doch auch der Autofahrer sein Fahrzeug über die Kreuzung schieben oder? Merkwürdig, dass so etwas nicht vorgeschlagen wird. Da entlarvt es sich wieder: das autozentrierte Denken. So werden unattraktive Bedingungen für den Radverkehr geschaffen, die den Spott verdienen.


Vor fast 50 Jahren

Tatsächlich ist es fast 50 Jahre her, dass die erste Fußgängerzone in Marburg in der Oberstadt gefeiert wurde. Seitdem ist nur das kleine Zwischenhausen dazu gekommen. Mehr als schwach...
Wenn die Stadt eine klimaschonende Politik betreiben will (Klimanotstand!) dann hätte man längst für mehr Fußgängerzonen sorgen müssen.

Mit dem Fahrrad zum Bahnhof

 

Und wie sieht es mit dem Abstellangebot für Fahrräder am Hauptbahnhof in Marburg aus?  Note: mangelhaft! Dem entsprechend sieht es am Bahnhof aus, wie die Fotos dokumentieren. Die Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat, kümmert sich nicht um Fahrradstellplätze. Sollen die umweltbewussten Radler doch sehen, wo sie ihre Fahrräder parken. 

 


Critical Mass

Die nächste Critical Mass finden statt ab Firmaneiplatz:

am  20.02.2020 jeweils um 17 Uhr

siehe auch hier


Green City


Fair im Verkehr in Marburg



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